Utopie Berlin
Sonntag in Berlin Moabit im Jahr 2021
Der graue Boden glänzt durch den Fall des Regens letzte Nacht. Ich sehe das Schild „U- Bahnhof Turmstraße“ vor mir. Bei jedem Schritt die Treppe hinab, quietschen meine Gummisohlen. U9 nach Osloer Straße. Noch 3 min. Gelbes Licht. Langer Flur. Eine Mutter mit Ihrem Kind, ein Obdachloser ohne Schuhe. Berlin Moabit, Sonntag in der Früh. Die Gleise vibrieren, die Anzeige blinkt, die Bahn fährt mit einem lauten Rauschen in den Bahnhof ein. Die schwere Atmung, eine beben der Maske, ein heben des Brustkorbs. Ein Zischen die Türen öffnen sich, freie Plätze links und rechts, kaum Passagiere in der Bahn. Leere Reihen, freie Stangen, selten in Berlin, Moabit. Doch Sonntag früh ist es still. Ein einzelner Mann versucht es hinter mir noch in die Bahn zu schaffen. Er rennt auf die blinkenden Türen zu. Er schafft es letztendlich. Der U-Bahn Fahrer scheint den Mann noch gesehen zu haben.
Sonntag in Berlin Moabit im Jahr 2050
Der graue Boden ist trocken. Es hatte in der Nacht zuvor geregnet. Die Tropfen scheinen es aber nicht auf die untere Ebene geschafft zu haben. Ich sehe die projezierte Anzeige „ U- Bahnhof Turmstraße“, die in der Luft schwebt. Bei jeden schritt den ich die steinerne Treppe hinab gehe, höre ich wie meine Schuhe dumpf auf den Boden aufkommen. U9 nach Osloer Straße. Noch 30 Sekunden. Klares angenehmes Licht . Langer Flur. Eine Mutter mit ihrem Kind. Ein Mann der bei der Obdachlosen Hilfestelle, die es auf jeden Bahnhof gibt, seine alten Schuhe gegen Neue tauscht. Berlin Moabit, Sonntag in der Früh. Die Gleise vibrieren, die Anzeige blinkt, die Bahn fährt mit einem leisen summen innerhalb von wenigen Sekunden in den Bahnhof ein. Ich Atme ein. Aufgrund der Filtersysteme ist hier unten immer saubere und mehr oder weniger keimfreie Luft. Mit einem kaum hörbaren Zischen öffnen sich die Türen, freie Plätze links und rechts, kaum Passagiere in der Bahn. Leere Reihen, freie Stangen, selten in Berlin, Moabit. Doch Sonntag früh ist es still. Ein einzelner Mann versucht es hinter mir noch in die Bahn zu schaffen. Er rennt auf die blinkenden Türen zu. Er schafft es letztendlich nicht mehr, denn die Türen schließen aufgrund eines autonomen Systems, welches keinen Fahrer mehr benötigt. Die Mann scheint noch zu weit entfernt gewesen zu sein, denn die Sensoren haben ihn nicht mehr erfassen können.
Berlin 2050
Das Berlin was wir kannten hat sich verändert. Die Stadt ist höher und vertikaler geworden. Durch den Zuwachs an Menschen musste mehr Wohnraum geschaffen werden. Weil wir uns deswegen von vielen freien Flächen verabschieden mussten, wurden Alternativen geschaffen und neue Konzepte umgesetzt. Die Gärten und Parks sind nun größtenteils auf den Häuserdächern es hat sich quasi eine neue Wohn- und Lebensebene entwickelt. Interessant sind auch die Hügellandschaften die an einigen Stellen in Berlin platz gefunden haben. In den Hügeln, die von oben wie eine Graslandschaft wirken, sind Gebäude integriert. Auch der Stadtteil Moabit hat sich sehr verändert. Über der normalen Turmstraße ist nun eine Zweite („2. Turmstraße“ genannt). Die U- Bahn ist geblieben, wurde aber erneuert. Sie ist nun sehr viel schneller und moderner. Zusätzlich gibt es jetzt so genannte Gondeln die ebenfalls als öffentliches Verkehrsmittel genutzt werden. Auch die Umgebung der Spree hat sich verändert. Der Fluss wurde an einigen Stellen breiter gemacht, es gibt jetzt schwimmende Wohninseln und die Brücken wurden ebenfalls umfunktioniert. Sie beherbergen zum Teil ebenfalls Grünflächen. Außerdem hat sich Berlin nun voll auf erneuerbare Energien umgestellt. Auf der zweiten Ebene sind nur Fahrräder erlaubt. Auf der unteren hingegen ist es noch möglich mit einem Elektro- Auto zu fahren. Durch die neuen Umstände hat sich die Geräuschkulisse Berlins sehr verändert. Versteht mich nicht falsch. Die kulturelle Vielfalt ist bestehen geblieben. Es gibt immer noch Märkte auf denen laut gerufen und sich unterhalten wird. Nur das brummen der Autos ist leiser geworden. Obwohl es auch ein paar wenige gibt, die ihre Elektroautos mit künstlichen Motorgeräuschen ausgestattet haben, um etwas mit ihrem Modell anzugeben.